Es gibt Städte, die sagen nicht per se „Yoga“, geschweige denn „vegan“. Budapest ist eine von ihnen.
Es scheint irgendwie nicht in der Luft zu liegen. Budapest ist fleischlastig, buttrig und schwer. Auch schwer im Sinne von schwer und melancholisch.

Der Zusammenhang von melancholischem Gemüt und einer der höchsten Selbstmordraten Europas fiel mir schon früher auf.

Auch Essen kann depressiv machen, kommt mir jetzt. Zu viel tierisches Feit und Eiweiß machen einen träge – oder im Gegenzug aggressiv. Tamasisch, sagt man im Yoga/Ayurveda. Eine dunkle Gemütshaltung.

Dunkel wird auch meine Laune, wenn ich so sehe, was in den Auslagen der Metzgereien liegt: Von Schweinehufen über Innereien bis hin zu Hühnerfüßen und Hühnerköpfen. Blutig aufeinandergestapelt.

Bei meiner Oma, da gibt’s ein Einkaufszentrum, da gehst du durch einen Gummivorhang rein und dann stehst du gleich im Fleischgeruch. Bei 30 bis 40 Grad draußen dampft er dir gleich entgegen. Und überall Blut.

Ich schreibe das aus der Erinnerung, weil ich keinen Fuß mehr da rein seit über einem Jahr. Mir stinkt’s zu arg.

Lieber halte ich mich draußen auf. Wahnsinn, was für ne Auswahl an frischem Obst und Gemüse. Bauernstände rund ums Einkaufszentrum rum. Da schmeckt eine Tomate wie in der Kindheit. Die Melone schmeckt so geil, da brauchst keinen Sex mehr. Diese Stände nehm ich mit heim. Am liebsten. Paradies. Dieses Obst und Gemüse hat viel Sonne abbekommen und ist in Lößboden gewachsen, den gibt es selten.

Ich befürchte nur bzw weiß, dass die meisten Ungarn sich nicht allein bei diesem Obst und Gemüse aufhalten. In Restaurants und heimischen Küchen dominiert ganz klar Fleisch mit Fleisch. Gemüse, naja nice to have.

In Cafés gibt es schon sehr köstliche Geschmäcker, zum Beispiel Maronenpüree, eine bekannte Süßspeise. Das schmeckt so unglaublich rund und befriedigend. Nachteil: unten ne Schicht Sahne, oben ne Schicht Sahne.

Ohne fänd ichs besser. Weil seit ich Milchprodukte und tierische Produkte weglasse, hab ich mehr Energie als sonst. Mein Kopf fühlt sich klarer an, irgendwie sauberer. Ich beobachte in Ungarn, dass Leute oft schleimig ausspucken. Ein Osteopath hat mir mal erklärt, dass tierische Milchprodukte im Körper verschleimen und sauer verstoffwechseln. Dieser Schleim setzt sich dann in den Gefäßen ab und behindert den sauberen Blutfluss.

Noch zwei Vorteile fallen mir auf Anhieb ein, die ich seit dem Weglassen der Milchprodukte & Co. bei mir beobachtet habe:

Wegen Schleimfreiheit neige ich nicht mehr zu Erkältungskrankheiten, die ja oft mit zu viel Schleim zusammenhängen. Zu empfehlen ist auch eine morgendliche und abendliche Nasenspülung mit einer Salzwasserlösung. Da schwör ich drauf. Selbst Klimaanlagen machen mir nichts aus. Früher war ich schon erkältet, wenn nur das Wort Klimaanlage gefallen ist.

Der zweite Vorteil, der mir aufgefallen ist: Vegan lebende Menschen haben oft eine sehr schöne Haut, keine/weniger Cellulite und ähnliches. Weil ja kaum was da ist, was sauer verstoffwechseln könnte – Fleisch, Fisch, tierische Milchprodukte etc. Es sei denn, man übertreibts mit Kaffee und Zucker.

Mit sowas brauch ich meiner Familie in Ungarn net kommen. Die wollen Fleisch mit Fleisch. Aber ich lass net locker. Ich werd sie einfach weiter nerven.

Bücher, die ich zu diesem Thema empfehlen kann:

Rüdiger Dahlke, Peace Food

Sharon Gannon, Yoga & Vegetarismus