Zwei an einem Tag. Mein Lieblingsbuch als Film ist dieses Wochenende angelaufen.

Ein Junge und ein Mädchen lernen sich beim Absturz anlässlich ihrer Examensfeier kennen. Bisschen fummeln und so. Nix weltbewegendes. Viel wichtiger: ab diesem einen Tag werden sie Freunde. Das wissen sie natürlich an dem Tag noch nicht. Aber gezeigt wird, wie sich das Leben der beiden im Lauf von 2o Jahren entwickelt. Immer dieser eine Tag. Mal sind sie zusammen, mal haben sie Zoff, mal fahren sie zusammen in den Urlaub und liegen aneinandergekuschelt im Bett. Aber immer wenn es hart auf hart kommt – als die Mutter des Protagonisten stirbt – ist klar: in so einem Moment brauche ich meinen besten Freund. Und keinen anderen.

Und eigentlich brauchst kee Brille, es ist so klar, dass die zwei zusammen gehören. Aber sie sind’s eben nicht.

Viele von uns kennen so was vielleicht auch: dieser eine Freund, den man nicht vergessen kann, weil man sich hin und wieder mal fragt: was wäre gewesen wenn…. Wäre mein Leben bunter und vielleicht irgendwie intensiver geworden – mit ihm? Würden meine Augen so leuchten wie auf den Fotos von damals? Würden seine Augen so leuchten?

Und dann kommt meistens das Leben dazwischen. Es passiert so viel, wo man Sicherheit Leidenschaft vorzieht. Wo man wissen muss: mein Partner ist da, und wenn die Welt untergeht, mein Hamster stirbt oder ich grad sonst irgendwie durchdreh.

Da muss jemand her, der da ist. Da, und nicht weg. Der Partner. Die Freundin, die du nachts im Suff anrufen kannst, um ihr ins Telefon zu schnäuzen. Die Freundin, die alles stehen und liegen lässt, weil du ne Arbeit fertig gekriegt hast und ihren Rat brauchst. Die dann ihren Tag so organisiert, dass sie neben ihrem Kind, Mann, Haus noch deinen Scheiß mit unter bringt. Oder die Freundin, die dir in den Arsch tritt, wenn du Streit mit ner anderen Freundin hast. Die dich so lange nervst, bis du den Hörer in die Hand nimmst und diese andere Freundin anrufst, auch wenn du dir vor Aufregung in die Hose machst. Weil du nicht weißt, wie sauer sie sein wird, ob ihr euch wieder vertragt, ob eure Freundschaft diesen Streit aushält.

Meine beste Freundin hat vor kurzem gesagt, sie würde für ihre Familie und ihre engsten Freunde sterben. Ich habe ihr gesagt, ich möchte ein Freund sein wie Samweis Gamdschie aus Herr der Ringe: auch wenn sein Freund Frodo ihn gar nicht dabei haben will, auch wenn Frodo ihn beschimpft, er soll ihn in Ruhe lassen, er geht allein weiter – Sam bleibt da. Und geht mit ihm zum Feuerberg. Bis zum bitteren Ende.

So wünsche ich mir Freundschaft. So und net annersch. Allein zu sagen: „Du bist mein bester Freund“ oder „Du bist meine beste Freundin“ reicht nicht.